Société Genevoise d’Études Allemandes

Lesung Jonas Lüscher (München) liest aus eigenen Werken, insbesondere aus „Frühling der Barbaren“


Die Veranstaltung ist am Donnerstag 11.3.2021 als Online-Veranstaltung durchgeführt worden, in geübter Zusammenarbeit mit der
Deutschen Schule Genf .

Um 90 Teilnehmer:innen konnten sich mit einem engagierten und auskunftsfreudigen, aus München zugeschalteten Autor über eigen- und fremdkulturelle Stereotype, die Wahl von Buchtiteln und Übersetzungen, die Wirtschaftskrise und Literaturphilosophie austauschen, dazu kamen virtuos vorgetragene gelesene Stücke aus „Frühling der Barbaren“ und „Kraft“.

Lesung „Das Eidechsenkind“

Das Eidechsenkind des gleichnamigen Romans von Vincenzo Todisco ist eines jener Kinder, die sich im «Gastland», der Schweiz der 1960er und 1970er Jahre, verstecken mussten, weil es wegen des Saisonnier-Status der Eltern eigentlich nicht da sein darf. In seiner Lesung vom 9. Februar, online, und in Zusammenarbeit mit der deutschsprachigen reformierten Kirchgemeinde gesendet, ist Vincenzo Todisco auf biographische, geschichtliche und dichterische Hintergründe eingegangen.

Um die Lesung für all jene, die aus welchen Gründen auch immer nicht dabei sein konnten oder sie nachbereiten möchten, zu vergegenwärtigen, hat uns der Autor liebenswürdigerweise die die Lesung tragende Powerpoint-Präsentation zur Verfügung gestellt.

https://sgea.ch/wp-content/uploads/2020/09/Lesung_Todisco-1.pdf

Sein erstes auf Deutsch geschriebenes (und mittlerweile vom Autor selbst wieder ins Italienische übertragene) Buch fasst das Schicksal dieses ‘verbotenen Kindes’, welches unter der Kredenz und in der «stanza in fondo» lebt, in dem Bild der «Eidechse», einer Akrobatin des Verschwindens und Versteckens. Ergreifend wird das Schicksal des Kindes, aber werden auch die Fragen, Sehnsüchte und Ängste der Umwelt, der Eltern, geschildert, dies jedoch immer aus der Perspektive des Kindes.

Das Buch ist nicht eigentlich autobiographisch, da Vincenzo Todisco als Kind italienischer Einwanderer in der Schweiz – in Graubünden – aufwuchs, zur Schule ging, leicht alle drei Bündner Sprachen lernte. Es beruht dagegen auf umfangreicher, empathischer Dokumentation des Autors zu diesem beklemmenden Thema. Bücher wie «Il lungo adieu», «Der lange Abschied», gehören zu den Quellen des Romans, der selbst wieder – durch seine poetische Fassung – dem Thema die nötige Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit besorgt hat (etwa im «Beobachter», 2019).

Nach dem persönlichen Treffen wäre diese Lesung sicher mit dem Signieren der ausgelegten Bücher zu Ende gegangen, hier kann nur die Empfehlung zur Lektüre / Anschaffung dieses – bei traurigem Grundton – schönen Buches ausgesprochen werden; mehrere Schweizer Internetbuchhandlungen präsentieren es ansprechend!


Aktuelle Hinweise

Nach dem sehr gelungenen Webinar mit n Prof. Andreas Würgler am Mittwoch 25.11. bieten wir auch die Lesung mit Vincenzo Todisco als  online-Veranstaltung an, und zwar am 9.2.2021 um 19.30 Uhr. Die Einwahl ist kurz vor Beginn der Veranstaltung möglich:

Deutschsprachige Literatur mit Bezug auf Japan – Marion Poschmann in Genf

Nach zwei sehr gelungenen Veranstaltungen mit Ulrike Bergmann und Iris Wolff, mit Musik und Literatur, aber auch sehr visuellen Eindrücken, freuen wir uns nun, am 25. November Marion Poschmann in Genf begrüssen zu dürfen.

Mit ihrem Roman „Die Kieferninseln“ (Spiegel-Bestseller) wird sie uns in das moderne Japan, aber auch in die Welt des Haikku und des Dichters Basho einführen, und setzt dabei eine kleine Tradition deutschsprachiger Japan-Literatur fort: die Gesellschaft hatte in den letzten Jahren Milena Flashar und Adolf Muschg mit ihren jeweiligen Japan-Romanen eingeladen.

Achtung: Diese Veranstaltung findet an einem Montag (und nicht am üblichen Donnerstag) – wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

Willkommen!

Wir begrüssen Sie herzlich auf dem überarbeiteten Internetauftritt der Genfer Gesellschaft für deutsche Literatur und Kultur – der Société genevoise d’études allemandes!