Société Genevoise d’Études Allemandes

Milena Michiko Flašar (Wien) liest aus «Oben Erde, unten Himmel»

Foto (c): Julius Erler.

Mit ihrem unlängst erschienenen, mit dem Evangelischen Buchpreis ausgezeichneten Roman Oben Erde, unten Himmel (2023) bringt Milena Michiko Flašar ihre Kunst, an einzelnen Schicksalen die grossen Fragen aus der Sicht von Aussenseitern anzusprechen, zu einer neuen Meisterschaft. In diesem Buch wendet sie sich vermittels ihrer Hauptfigur, der Aussteigerin Suzu dem Schicksal der Kodukushi – einsam Verstorbenen – zu. So setzt die Wiener Autorin – Tochter einer japanischen Mutter – ihre Auseinandersetzung mit Themen fort, die der japanischen Gegenwartsgesellschaft entnommen sind, aber die Probleme der modernen Leistungsgesellschaft erschliessen: Der Erfolgsroman Ich nannte ihn Krawatte (2012) bringt das einsame Leben der Hikikomori dem europäischen Publikum nahe, und in Herr Kato spielt Familie (2017) treffen wir auf einen Ruheständler, der mit seiner neuen Rolle nur schwierig zurechtkommen will.

Die 1980 in St. Pölten geborene Autorin lebt in Wien. In Genf ist sie keine Unbekannte – ganz im Gegenteil – , als ihre beiden Genfer Lesungen (2010 und 2012) ihrem damaligen Publikum immer noch sehr präsent sind, und der Roman Ich nannte ihn Krawatte zum festen Bestandteil der Genfer Schullektüren gehört. Weniger bekannt, aber nicht minder bedeutend sind ihre gelegentlichen Einlassungen zur Sprachenpolitik in der Schule, wie zuletzt in der österreichischen Zeitung der «Standard», in der sie sich gegen das Verbot der Erstsprachen im Pausenhof wendete. – Zur Vorbereitung auf unseren Gast sei schliesslich noch das nur bis zum Vorabend des Anlasses bereitstehende Interview mit Denis Scheck für die ARD – im Wiener Prater –  aus der Reihe Druckfrisch angezeigt:

https://www.ardmediathek.de/video/druckfrisch/milena-michiko-flasar/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL2RydWNrZnJpc2NoLzkyYmM3OThlLTRiNjktNGMxNy1iY2E1LTA5NTg1OWRmZTNmYg

 

In Zusammenarbeit mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche Genf und mit der Österreich-Gesellschaft Genf (ÖGG) sowie mit grosszügiger Unterstützung des Österreichischen Kulturforums Bern.