Société Genevoise d’Études Allemandes

Jonas Lüscher (München) liest aus eigenen Werken, insbesondere aus „Frühling der Barbaren“

Die Veranstaltung wird als Online-Veranstaltung durchgeführt werden.

Die Einwahl ist am Abend (Einlass ab 19.15 Uhr) hier möglich:

https://zoom.us/j/9847127870?pwd=NWFoWGx1cWVMdlhvY1VvaG5xb1dlQT09

Die Abendveranstaltung wird von dieser Emailanschrift aus begleitet: veranstaltungen (at) sgea.ch .

 

Mit seinem Erstling, der Novelle Frühling der Barbaren (2013), gewann sich der in Zürich geborene und heute in München lebende Jonas Lüscher schnell sein Publikum und die Aufmerksamkeit der Kritik. Gekonnt erneuert er zum einen in dem fiktiven Zusammenbruch er Bank Englands das für diese Gattung konstitutive „unerhörte“ Ereignis, um welches sich eine Erzählung über die Auswüchse der Finanzwelt, Ausschweifungen, Macht und eigenes Wohl rankt. Zum andern spricht die Erzählung eine wesentliche Frage der gegenwärtigen Diskussion an: wie und wo werden die Grenzen zwischen dem Eigenen und dem Fremden, dem vermeintlich ‘Barbarischen’, gezogen?

Überhaupt interessiert sich Lüscher immer, etwa in Kraft (2017) und in den Sankt Gallener Poetik-Vorlesungen Ins Erzählen flüchten (2019), für gesellschaftliche und ökonomische Fragen aus der Perspektive des ‘engagierten Autors‘. Philosophisch geschult, gilt seine Kritik dabei der sogenannten «quantitativen Blendung» und dem herrschenden metrischen Blick auf die Welt, gegen die er Erzählungen von Einzelfällen und komplexes – literarisches – Denken stellen möchte.

Vor dem Hintergrund seiner eigenen Corona-Krankheit im letzten Jahr wird an diesem Abend darum auch die Frage, welche Werte und Bezüge zwischen Ökonomie und einzelnen Menschenleben im Zweifelsfalle wichtiger sind und welche Narrative sich langfristig gesellschaftlich durchsetzen, diskutiert werden können.

Wir freuen uns auch in diesem Sinne auf Ihre rege Teilnahme!

 

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Schule Genf.