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Anhand exemplarischer ‘Tatortbegehungen’ geht der Vortrag der Frage nach, warum Dürrenmatts Krimis vor Anspielungen auf klassische Vorgängertexte nur so wimmeln. Zwei Arten Klassiker werden dabei im Fokus stehen: kriminalliterarische à la Edgar Allan Poe, Conan Doyle und Maigret und weltliterarische à la Goethes Faust oder Swifts Gulliver’s Travels. Was bedeuten diese Anspielungen für Dürrenmatts Auseinandersetzung mit dem Kriminalroman als Genre sowie für seine Positionierung gegenüber dem damals gängigen ‘schöngeistigen’ Kanon – und welches Verständnis von Literatur lässt sich daraus ableiten?
Georges Felten ist als chargé de cours am Département de langue et de littérature allemandes der Universität Genf sowie als Lehrperson für Französisch an der Kantonsschule Uetikon tätig – in beiden Fällen also an der Schnittstelle von Deutsch und Französisch. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören – neben der Kriminalliteratur – die europäischen Realismen des 19. Jahrhunderts, die Neo-Avantgarden der Nachkriegszeit sowie Mütter- und Väter-Texte nach der Jahrtausendwende. Aus seiner Lehrtätigkeit am Gymnasium ist jüngst ein Lehrmittel für Online-Tandems hervorgegangen, das er mit Italianistik- und Französistik-Kolleginnen aus Uetikon verfasst hat.
In Zusammenarbeit mit dem Département de langue et de littérature allemandes der Universität Genf.
